INFERNO TRIATHLON 2010

Die Schweiz den Schweizern
Mein (Rudis) Rennbericht
Daten / Fakten :
3,1 schwimmen, 97 am Rennrad ( 2200 Hm ), 30 km am Mountainbike ( 1200 Hm ) und 25 km Berglauf ( 2100 Hm ) macht 5500 Hm.
Schwimmen 1 : 02 , Rennrad 4:38 (dachte an 4:30), Mountainbike 2:43 (dachte an 2:30), Berglauf 4:35 (dachte an 4:00) = Endzeit 12 :59,32 , dachte an 11:59 , bin mehr als zufrieden!
Nun aber zum Rennen:
Wir waren drei Athleten die vom Verein teilgenommen haben, ausser mir waren noch Gabi Donner und Fritz Marko dabei (Danke Gabi, Danke Fritz ) . Der Renntag war ein herrlicher sonniger Tag in einer grandiosen Umgebung.
Start war um 6 Uhr 30 am Thuner See , es führte geradeaus von Ufer zu Ufer. Die Wassertemperatur war mit 16,5 Grad etwas zu kühl für mich, egal, übermotiviert gings los, ich musste an das Schwimmtraing denken, der Körper bewegt sich wie ein Baumstamm im Wasser, nicht wie eine Kaulquappe, Blick nach vorne, lange Züge, Beine nicht vergessen.

Ich kam am anderen Ufer an und mühte mich mit kalten Fingern an diversem Triathlonequipment.
Am Rennrad ( immer noch übermotiviert ) gab es dann eine 1,5 km Flachpassage ehe es bergauf ging. Der erste zu überwindende Berg, unterbrochen durch eine kurze Abfahrt war für mich völlig normal, also keine Horsekategorie oder dergleichen. Danach kam ein 30 km Flachstück ( für Schweizer flach ) das ich locker in Triathlonposition in Angriff nahm. Da es ja nicht meine absolute Stärke ist auf der Ebene dahinzubrettern wie meine Trainingspartner versuchte ich mich darauf zu konzentrieren Kräfte zu sparen für den restlichen Tag. Als zweiter Berg der Radstrecke war die Grosse Scheidegg zu überqueren, 25 km bergauffahrt lagen vor mir. Ich möchte noch erwähnen das es in der Schweiz keine Angaben von Prozenten hinsichtlich der Steigungen gibt, zumindest nicht auf den von mir befahrenen und belaufenen Strassen, und ich möchte auch nicht schätzen wie die Steigungen waren, ich kann nur sagen der "Fisch war soooooo gross!".
Also zurück zur Grossen Scheidegg, eine junge schweizer Athletin überholte mich im unteren Drittel liegend auf ihrem Triathlonrad, sehr tiefe Frequenz, harter Tritt, womöglich keine so gute Schwimmerin. Aber ich kam auch oben an, die Aussicht war grandios, aber nur kurz geschaut, die Bergabfahrt lies keine Rundumblicke zu, ein tollkühner Abfahrer bin ich nicht unbedingt, aber ich lies es krachen, bis hin zur Wechselzone. In die Wechselzone kann man beim Inferno Triathlon nicht hinein fahren, zu Beginn der Wechselzone liegt ein 20 mal 20 cm grosser Holzbalken und markiert so den Beginn der Wechselzone, auch eine Idee.

Rauf aufs Mountainbike und los geht’s, rauf auf die Kleine Scheidegg. Nach einer kurzen schlammigen Passage geht es über Nebenstrassen rauf auf die Alm, dort beginnen die unbefestigten Wege. Fairerweise muss ich sagen das es sich dabei um kein schweres Gelände handelt, ABER die Steigung machts, zumindest für mich, und scheinbar nicht nur für mich denn es sind sogar 3 Passagen auf denen ich mein Mountainbike verlasse und es liebevoll vor mich herschiebe. so wie eben andere auch. Das schauen auf die Pulsuhr hat ohnedies keinen Sinn, auch nicht beim Schieben des Rades, wie stehts am Trainingsplan D3 oder gar Ds.
Aber ich komme auch am Kleinen Scheidegg oben an und mache mich auf eine tollkühne Abfahrt. Ich gestehe ich bin kein geübter Mountainbiker, denn auch bergab gab es für mich 2 Passagen in denen ich es vorzog abtzusteigen und mein Rad zu schieben, 2 Abwärtspassagen im unteren Teil der Strecke in einem Wald mit vielen Wurzeln und Steinen, fast senkrecht natürlich. In die letzte Wechselzone ging es dann wieder über den Holzbalken rein zu den Laufschuhen.
Die Laufstrecke beginnt mit einem 5 km Flachstück, einem Bach entlang, und ich laufe locker diese 5 km, überhole mühelos andere Teilnehmer, bis es abrupt links weg geht und sich die Lauftsrecke als Berglaufstrecke erweist. Aber auch da noch bin ich laufend unterwegs, bis ich nach weiteren 4 km auf einen Athleten treffe der mit grossen Schritten gehend das selbe Tempo macht wie ich laufend. Aber egal ich lies mich nicht beirren und blieb dabei meine Laufbewegung so lange zu halten so lange ich dazu in der Lage bin. Das ging dann auch gut bis zur Hälfte der Strecke. Auf halbem Weg der Laufstrecke kommt man durch die Ortschaft Mürren, dort geht es 1 km flach auf Aspahlt und da stehen nicht nur viele Zuschauer die einen anfeuern, sondern auch der eigene Fanclub bei der Labestation. In diesem Reil der Strecke schaut man naturgemäss super aus und läuft scheinbar mühelos.

Ist man dann aber ausser Sichtweite des eigenen Fanclubs und beginnt man die Strasse zu verlassen, kommt man in eine faszinierende Bergwelt mit steilen Pfaden und Steigen, dort beginnen dann meine schritte etwas schwammig zu werden , und aus dem mühelosen laufen wird ein schnelles wandern.
Und diese letzten 8 km bis zum Ziel haben es dann auch in sich, zumindest für einen Fürstenfelder, die Schweizer sind da naturgemäss im Vorteil, die laufen da sicher schon als Kinder rauf und runter, nur so, zum Spielen. Ich ging dann eben und freute mich auf gelegentliche kurze flachere Abschnitte in denen ich ganz entschlossen immer wieder zu laufen begann. Bei einer der letzten Labestationen lag dann auch noch ein in gold glänzender Rettungsdecke eingehüllter Triathlet der von einem Sanitäter versorgt wurde. Ich trank dort Tee und lief ? ging ? weiter. Ich musste daran denken wie ich als Kind wandern gehasst habe, also versuchte ich in den Laufschritt zu wechseln, vergebens.
Die letzten 500 m vor dem Ziel hat man dann aber nicht mehr mit seinem kKrper zu kämpfen, sondern mit seinen Emotionen. Es geht dort über einen Felsgrat geradewegs hin zu einer Steilpassage ehe es über ein paar Treppen hinauf ins Ziel, auf das Schilthorn in 2950 Metern Seehöhe geht.
Meine Anspannung lässt nach, ich weiss es kann nichts mehr schief gehen, bekomme feuchte Augen und geniesse den Augenblick bevor ich in das Ziel des Inferno Triathlons gehe, ein sicher für jeden Inferno Finisher unvergesslicher Moment.












Kommentare
Ich gratuliere herzlich zu deinem Finish beim Inferno Triathlon! Echt der Wahnsinn!
super Bericht! Ich habe auch gefinisht, und kann alles nur bestätigen. Das Panorama war ein Traum, und beim Grad vorm Schilthorn sind auch bei mir die Emotionen hochgekommen... => Wahnsinnsgefühl !!!!!!!!
Gratulation zu deiner tollen Leistung!
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